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Der Flugbetrieb

Flugbetrieb

Windenstart

Der Windenstart

Eine Seilwinde besteht aus einem starken Motor, der über ein Automatikgetriebe eine Seiltrommel antreibt. Das Ganze ist auf einem LKW-Fahrgestell montiert. Die Seiltrommel kann ein ca. 1000 m langes, 4,6 mm starkes Stahlseil aufwickeln, dessen anderes Ende am Segelflugzeug eingeklinkt wird. Durch das Seilaufwickeln wird das Flugzeug also beschleunigt. Zunächst müssen seine Tragflächen noch von einem Helfer waagerecht gehalten werden, schon nach kurzer Rollstrecke kann dies jedoch durch die Steuerung erfolgen. Nach ca. 20 m Rollstrecke hebt das Flugzeug ab und nimmt eine flache, dann steiler werdende Steigfluglage ein. Kurz vor Überfliegen der Winde klinkt das Seil am Flugzeug selbsttätig aus. Der Pilot hat zusätzlich jederzeit die Möglichkeit, manuell auszuklinken. Mit dieser Startart werden etwa 300 - 400 m Höhe erreicht. Im der FVC ist eine Doppeltrommelwinde im Einsatz, bei der mit jeweils einer der beiden Trommeln geschleppt wird. Dadurch wird die Zeit, die zwischen zwei Starts liegt, verkürzt und die Anzahl der notwendigen Jumbofahrten halbiert. Die Vorteile des Windenstarts sind die schnelle Startfolge, der geringe Kraftstoffverbrauch (ca. 0,5 l Benzin je Start) und die geringe Lärmentwicklung. Über 95% aller Flüge in unserem Verein werden per Winde gestartet.

Der Flugzeugschleppstart

Ein Segelflugzeug kann auch durch Schlepp hinter einem Motorflugzeug (üblicherweise zwischen 150 und 235 PS) gestartet werden. Dazu wird ein ca. 30 - 60 m langes Kunststoffseil verwendet. Nach Einklinken des Seils strafft das Motorflugzeug durch langsames Rollen das Seil. Die Beschleunigung in der Anrollphase des Starts ist sanfter als beim Windenstart, der Helfer, der den Tragflügel waagerecht hält, muß länger mitlaufen. Bei etwa 70 km/h hebt zunächst das Segelflugzeug ab und bleibt dicht über dem Boden, bis auch das Motorflugzeug seine Abhebegeschwindigkeit erreicht hat. Während des Starts muß der Segelflugpilot auf genaues Hinterherfliegen hinter dem Motorflugzeug achten. Vorteilhaft bei dieser Startart ist, daß Ausklinkhöhe und -ort flexibler gewählt werden können und daß für einen Flugbetrieb weniger Helfer notwendig sind.

Ablauf eines Tages mit Flugbetrieb

Wenn es nicht gerade wie aus Eimern regnet, treffen wir uns am Wochenende um 10°° Uhr und beginnen mit dem Flugbetrieb. Zunächst werden die Flugzeuge, mit denen geflogen werden soll, aus der Halle ausgeräumt. Außerdem werden noch die Seilwinde und das Seilrückholfahrzeug (Jumbo) gebraucht. Die Flugzeuge werden mit Rettungsfallschirmen bestückt (eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, deren Einsatz bei uns jedoch noch nie notwendig wurde), werden an den Start geschoben und gründlichst gecheckt. Zum Bedienen der Winde und des Jumbos, für die "Starthilfe", die Flugleitung und zum Zurückschieben der gelandeten Flugzeuge werden die Mitglieder gebraucht. Deshalb ist es wichtig, daß man nicht mal eben für eine Stunde zum Fliegen kommt, sondern möglichst den ganzen Tag zur Verfügung hat, so daß man sich bei den Aufgaben abwechseln kann. Gegen Abend werden die Flugzeuge eingeräumt, und der Tag wird z.B. am Kamin oder am Grill beendet.