Nach einem stärkenden Frühstück im Genussgasthof Fuldaquelle haben wir uns auf den Weg auf die Wasserkuppe gemacht, wo wir beim Rhönflug Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe (OSC) herzlich in Empfang genommen wurden.

Nachdem der Papierkram erledigt war wurde gemeinsam der Schulgleiter D-7052 vom Typ SG-38 aus der Halle gezogen und aufgebaut.

Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen Nachbau vom Beginn dieses Jahrtausends, der auf dem Entwurf aus dem Jahre 1938 basiert.

Betreut wurden wir von Fluglehrer Josef „Sepp“ Ecker und Fluglehreranwärter Florian von Fintel.

Nach einer theoretischen Einweisung in die Besonderheiten von Flugzeug und Gummiseilstart wurde das Flugzeug dann mit dem Trecker zum Startplatz am Fuße der Radarkuppel gezogen. Hauptbestandteil der theoretischen Einweisung waren die Regeln, wofür so alles eine Kiste Bier ausgegeben werden muss, zum Beispiel:

  • Auf das Seil treten
  • Von der falschen Seite auf das Flugzeug steigen
  • Zur falschen Seite absteigen
  • Ohne Sonnenschutz (Mütze herumlaufen)
  • Die Mütze beim Flug verlieren
  • Nach der Landung vom Flugzeug absteigen, bevor die Helfer zur Sicherung vor Ort sind

Die Startmannschaft (auch „Gummihunde“ genannt) bestand aus zwei Gruppen mit jeweils 6-7 Personen, die jeweils ein Ende des Y-förmigen Seiles ergriffen. Eine Haltemannschaft von etwa 5 Personen musste das Flugzeug an einem am Heck befestigten Seil festhalten.

Der Fluglehrer hat in der Regel die Position des Flächenmanns eingenommen und die Kommandos gegeben. Nach Abfrage der Bereitschaft von Start- und Haltemannschaft wurde auf „Ausziehen“ das Seil gehend gestrafft, sobald die Seilspannung stärker wurde kam das Kommando „Laufen“. Die Startmannschafft musste dann so schnell wie möglich laufen und merkte bald, dass die Spannkraft des Gummiseiles so stark war, dass dies kaum noch möglich war. Kurz bevor die Startmannschaft zum Stillstand kommt kam das Kommando „los“ woraufhin die Haltemannschaft losließ und das Flugzeug nach minimaler Rutschstrecke Abhob.

Die Flugzeit wurde vom Start bis zum Ablegen der Fläche gemessen und betrug circa 20-60 Sekunden.

Die Beschleunigung beim Start hat mich ebenso überrascht wie die geringe Ruderwirkung und die Tendenz des Flugzeuges, sich bei geringer Fluggeschwindigkeit in den Wind zu drehen – egal wohin man steuert. Das haben alle Piloten wirklich gut gemeistert und wir haben alle sichere und schöne Flüge absolviert. Natürlich haben wir trotzdem zahlreiche Striche auf der Kisten-Liste gesammelt.

Nach dem gemeinsamen Abendessen konnten wir noch auf die Sommerrodelbahn oder in s Museum. Zum Abschied bekamen wir noch unsere Urkunden für den ersten Gummiseilstart.

Als Gummihund habe ich an jedem dort beiden Tage circa 15.000 Schritte gemacht, 1500 KCAL verbannt und 30-73 Treppenetagen überwunden. Das alles für zwei Starts und etwa eine Minute Gesamtflugzeit, die wir an diesem Wochenende gemacht haben. Das Gemeinschaftsgefühl und die gemachten Erfahrungen entschädigen aber auf jeden Fall dafür.